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Abbrandphasen im Kaminofen – Darstellung am exten Feuer

    Haben Sie sich schon mal gefragt, in welche Phasen man den Abbrand unterteilen kann? Was sind die Besonderheiten der einzelnen Abbrandphasen und was müssen Sie dabei beachten? In diesem Artikel geben wir Ihnen einen spannenden Einblick und viele hilfreiche Tipps an die Hand.

    Die Abbrandphasen im Kaminofen

    Sie können die Abbrandphasen in die Startphase, die Entgasungsphase und die Glutphase unterteilen. Alle haben unterschiedliche Dauern und können parallel zueinander ablaufen. Das liegt daran, dass häufig mehrere Holzscheite in den Ofen gegeben werden, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten verbrennen.

    Schauen wir uns daher die Eigenheiten der jeweiligen Abbrandphasen an:

    Die Startphase

    In der ersten Phase, der Startphase, erfolgt die Zündung des Brennmaterials. Nach erfolgtem Anzünden dauert die Startphase etwa 15 Minuten lang an und umfasst die gesamte Zeitspanne, in der das Holz anfängt, Feuer zu fangen. Hier erreicht der Feuerraum Temperaturen von ungefähr 150 Grad.

    Während der Startphase ist es wichtig, die Tür ein wenig angelehnt zu lassen. Zu Beginn benötigt das Feuer mehr Sauerstoff, da es dadurch besser abbrennen kann. Moderne Öfen haben nur in den seltensten Fällen große Luftöffnungen verbaut, weshalb Sie sich durch Öffnen der Ofentür behelfen können.

    In der Startphase trocknet das Feuerholz aus. Das liegt daran, dass die Restflüssigkeit verdampft, die sich noch im Brennstoff befindet, wodurch sich das Holz zusammenzieht und kleine Risse bildet. Erst, sobald die gesamte Flüssigkeit ausgetreten ist, kann der Brennstoff die benötigte Wärmeenergie liefern, die durch die Verbrennung freigesetzt wird.

    Beim Anzünden brauchen Sie es sich nicht kompliziert zu machen: Ein Feuerzeug und ein Anzünder reichen völlig aus. Viel Abbrandholz führt zu einem wirksamen Abbrand. Trotzdem sollten Sie dabei die Raumgröße beachten, denn ein zu großer Feuerraum kombiniert mit zu viel Brennstoff würde dazu führen, dass schnell saunaähnliche Temperaturen entstehen. Außerdem ist auch der Brennstoff entscheidend: Hartholz hat eine festere Struktur als Weichholz und gibt somit deutlich weniger Temperatur/Energie frei als letzteres.

    Tipp: Wenn sich die Flamme in Richtung der Scheibe orientiert, liegt das wahrscheinlich an der niedrigen Schornsteinhöhe. Das führt zu einem suboptimalen Unterdruck. Lassen Sie also vor Inbetriebnahme stets die Druckverhältnisse prüfen, um schwarze Scheiben und mögliche Gefahren zu vermeiden.

    Die Entgasungsphase

    Im nächsten Schritt, nach Auslaufen der Startphase, tritt die Entgasungsphase ein. Sie dauert ungefähr 30 Minuten lang an und ihr wesentliches Merkmal ist, dass im Holz enthaltenes Lignin und die Zellulose entgasen. Daher rührt auch der Name. Während der Entgasungsphase brennt das Hauptholz von sich aus. Das Anmachholz hat hier schon Feuer gefangen und lodert bereits.

    Übrigens bleibt die Kamintür während der Entgasungsphase noch angelehnt. Auch die Luftstellung bleibt geöffnet, da sie die Flamme andernfalls erlöschen würde. Gleiches gilt, wenn die Kamintür plötzlich geschlossen und nicht genug Luft aus der Luftstellung zugeführt wird.

    Angenommen, Sie würden die Kamintür schließen, während die Luftstellung weiterhin geöffnet bleibt. In dem Fall würde nur noch wenig Luft in den Feuerraum gelangen. Das wäre ein Fehler, denn während der Entgasungsphase ist es enorm wichtig, dass sich hohe Temperaturen im Inneren entwickeln können. Wenn ständig kalte Luft in den Verbrennungsprozess gegeben wird, dann entsteht Überluft, wodurch zu viel Sauerstoff in den Brennraum hineinströmt, die das Feuer runterkühlt.

    Damit sich die in der Entgasungsphase gewünschten Temperaturen von 450 – 600 Grad im Feuerraum entwickeln können, sollte die Kamintür daher angelehnt bleiben und die Luftstellung sollte weiterhin geöffnet sein. Damit werden die hohen Temperaturen erreicht, die deutlich über denen der Startphase liegen.

    Insgesamt dauert die Entgasungsphase rund 30 bis 45 Minuten lang an. Das hängt allerdings immer von der Art und der Menge des Brennstoffs ab. Auch das Wetter und die Ofenart haben entscheidenden Einfluss auf die Dauer der Entgasungsphase. Dadurch kann sie ein wenig abweichen.

    Wissenswert: Bei der Holzverbrennung werden Wasser und Kohlendioxid freigesetzt, doch auch Nebenprodukte wie Teer oder Ruß sind möglich. Damit sich diese nicht im Schornstein ablagern, sollten Sie darauf achten, stets möglichst trockenes Holz zu wählen. Verwenden Sie außerdem keine Brennstoffe, die nicht ausdrücklich vom Ofenhersteller vorgeschrieben sind.

    Die Glutphase

    Die Glutphase ist die letzte Phase und dauert an, bis das Feuer erlischt.

    Dass der Abbrand zu Ende ist, erkennen Sie daran, dass sich keine Flammen mehr im Inneren des Ofens befinden. In dieser Phase ist das Brennmaterial bereits vollständig abgebrannt, sodass nur noch die übriggebliebene Glut vorliegt. Durch das Aufflackern der Glut erkennen Sie, dass noch eine gewisse Thermik im Brennraum besteht.

    Die Feuerraumtemperaturen sind in der Glutphase nach wie vor hoch. Sie betragen etwa 400 Grad, sind somit dennoch geringer, als in der Entgasungsphase.

    Ab Eintreten der Glutphase ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um neuen Brennstoff nachzulegen. Das sollten Sie nicht vorher tun, da es ansonsten beim Öffnen der Ofentür zu gefährlichem Unterdruck kommt. Außerdem sollten Sie beim Nachlegen immer erst zuerst einen kleinen Spalt öffnen und nicht plötzlich die gesamte Tür aufreißen. Dadurch bleiben Sie auf der sicheren Seite.

    Die Glutphase ist übrigens auch die Gelegenheit, um die Luftstellung wieder allmählich zu schließen. Dadurch bleibt die Glut möglichst lange erhalten. Bei Speicheröfen kann dadurch möglichst viel Restenergie in den Stein fließen, die dann langsam an den Raum abgegeben wird.

    Tipp: Schließen Sie deshalb die Luftstellung ein wenig, aber nicht ganz während der Glutphase. Damit können Sie sich möglichst viel Restenergie zunutze machen, die im Holz gespeichert ist.

    Abschließend

    Das Abbrandergebnis ist gelungen, wenn die Asche am Ende möglichst weiß ist. Sobald die letzte Glut erlischt ist, wäre die letzte Phase abgeschlossen. Wenn Sie am Ende Verbrennungsrückstände bemerken sollten, dann muss dringend etwas am Abbrand geändert werden.

    Bei zu geringen Temperaturen können nämlich noch weitere (giftige) Gase entstehen, etwa Kohlenmonoxid oder Formaldehyd. Damit sich diese nicht ablagern oder gar ins Innere Ihres Raumes strömen, sollten Sie stets auf einen guten Abbrand achten.

    Dazu gehört es etwa, getrocknetes Holz zu verwenden und auf die richtige Luftzufuhr zu achten. Außerdem sollte die Luftstellung nie ganz geschlossen werden, damit kein Kohlenmonoxid freigesetzt wird. Achten Sie außerdem stets auf eine ausreichende Luftzufuhr und beachten Sie die Empfehlungen des Ofenherstellers.

    Vielen Dank fürs Durchlesen! Wenn Sie Fragen haben oder eine umfassende Beratung wünschen, können Sie uns jederzeit kontaktieren. Das gilt auch bei Problemen mit Ihrem bestehenden Ofen. Schicken Sie uns dazu bestenfalls ein kurzes Video, damit wir uns ein Bild von der Situation machen können. Wir hoffen, Sie bald wieder bei uns begrüßen zu dürfen.