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Die Abbrandphasen in einem Kaminofen – Diese gibt es

    Abbrandphasen beim Kaminofen

    Wie genau sieht eigentlich der Abbrand bei einem Kaminofen aus? In welche Phasen kann
    man ihn unterteilen und welche Dinge sollten Sie dabei beachten, wenn Sie einen Kaminofen
    betreiben? In diesem Artikel zeigen wir Ihnen spannende Fakten, rund um das Thema
    Abbrand

    Der Brennstoff Holz und seine wichtigsten Eigenschaften

    Um den Abbrand zu verstehen, sollte man sich zunächst einmal den Brennstoff anschauen.
    Bei einem Kaminofen wird Holz verbrannt und der Hauptbestandteil davon ist Zellulose.
    Soviel dürfte vielen bereits bekannt sein. Daneben gibt es jedoch auch weitere Bestandteile,
    worunter Kohlenstoff, Stickstoff, gebundene Säuren, Zellstoff und andere zählen.

    Wenn ein Kaminofen angemacht wird, verbrennt jeder einzelne Bestandteil zu
    unterschiedlichen Temperaturen. Das macht Holz zu einem unberechenbaren Brennstoff,
    weil der genaue Heizwert nur schwer herausgefunden werden kann. Dazu müsste man
    weitere Parameter, wie die Holztrocknung, Holzart und das Gewicht kennen, was oftmals
    nicht der Fall ist.

    Die verschiedenen Abbrandphasen

    Bei einem Kaminofen können drei verschiedene Abbrandphasen unterteilt werden:

    1)Die Anheizphase
    2)Die Entgasung
    3)Die Glutphase

    Alle drei weisen unterschiedliche Eigenschaften auf, die wir uns im Folgenden genauer
    anschauen wollen.

    Die Anheizphase

    Die Anheizphase ist die erste der drei Abbrandphasen und dauert etwa 15 Minuten lang an.
    Hierbei liegen Brennraumtemperaturen bis ungefähr 150 Grad vor. Die Temeraturen können
    allerdings auch ein Stück weit oberhalb dieses Wertes liegen. Schließlich handelt es sich bei
    Feuer immer noch um einen dynamischen Prozess, der natürlich auch Schwankungen
    unterliegen kann. 150 Grad sind in dem Zusammenhang nur ein grober Richtwert, der in den
    meisten Fällen jedoch zutrifft.

    In der Anheizphase wird hauptsächlich Temperatur aufgebaut, die für den späteren Abbrand
    benötigt wird. Man spricht in dem Zusammenhang auch von Prozesswärme. Sowohl die
    Rauchrohre, als auch Feuerraum und der gesamte Ofen werden dabei erwärmt.

    Wenn die Luft des Feuerraums ausreichend erwärmt wurde, kommt es zur sogenannten
    Holzvergasung. Dabei platzt die Zelle wegen der hohen Temperatureinwirkung auf, was
    wiederrum die Freisetzung von Zellulose zur Folge hat. Die Zellulose, die sich im Holz
    befindet, wechselt dabei ihren Aggregatzustand von flüssig zu gasförmig.

    Wissenswert: Die gelbe Flamme entsteht in einem Kaminofen dadurch, dass Holz vergast
    wird. Dies führt dazu, dass die Zelle aufplatzt und sich Holzgas bildet.

    Die Entgasung

    Die Entgasungsphase ist die zweite von insgesamt drei Phasen, die während dem
    Abbrennvorgang entstehen. Sie dauert etwa 30-45 Minuten lang an, ist also um einiges
    länger, als die Anheizphase.

    Während der Entgasung liegen die Brennraumtemperaturen bei etwa 450 Grad, also
    deutlich höher, als in der Anheizphase. Hier entstehen sowohl die helle gelbe Flamme und
    ein schönes, prasselndes Kaminfeuer.

    Wissenswert: Während der Entgasung wird der hauptsächliche Teil der Energie freigesetzt.
    Gemäß dem Energieenthaltungssatz geht diese Energie jedoch nicht verloren. Entweder
    strömt die Wärme in den Raum, oder sie wird über den Schornstein in die Umwelt
    getragen. Auch während Abbrennvorgangs findet eine Energieumwandlung statt, denn das
    Holz wird von einem festen, in einen gasförmigen Aggregatzustand umgewandelt.

    Die Glutphase

    Die letzte der drei Phasen wird auch als Glutphase bezeichnet. Bei einem Kaminofen betragen die Brennraumtemperaturen eines geschlossenen Kaminofens hierbei etwa 250 bis 400 Grad, je nach Ausführung.

    Während der Glutphase ist die Vergasung durch und es liegt keine helle gelbe Flamme mehr vor. Hier gibt es lediglich vereinzelt kleine Flämmchen, die jedoch nicht mehr sonderlich viel Energie abgeben. Langsam entsteht hier ein Glutbett, welches gedrosselt werden sollte.

    Doch auch die benötigte Luftmenge ändert sich nun während dieser dritten Phase. Deshalb ist es wichtig, dass hierbei nicht die gleiche Luftmenge verwendet wird, wie während der Entgasung. Ansonsten würde zu viel kalte Luft in den Prozess. Gelangen, wodurch der Ofen herunterkühlen würde. Da dies kontraproduktiv wäre, sollte man dementsprechend auch die zugeführte Luftmenge ändern, sobald die dritte Phase eintritt.

    Wissenswert: Die Glutphase ist die einzig zulässige Phase, in der man Holz nachlegen darf. Das Nachlegen sollte nämlich weder während der Entgasung, noch bei der Anheizphase geschehen. In diesen Phasen wäre das auch nicht ganz ungefährlich, da einem die Flamme ziemlich schnell entgegenspringen kann, wenn der Abbrand voll im Gange ist und man den Feuerraum dabei öffnet. Abgesehen davon würde in diesem Fall Holzgas entweichen, das sich dann als „Rußfahne“ an der Decke ablagern kann. Optisch wäre das natürlich nicht unbedingt wünschenswert, weshalb man Holz nur in der Glutphase nachlegen sollte.

    Sonstige Dinge

    Wie bereits erwähnt, werden je nach dem, in welcher Abbrandphase sich der Kaminofen befindet, auch unterschiedliche Luftstellungen benötigt. Sie hat nämlich Einfluss auf den Abbrand von einem Holzscheit.

    Außerdem entscheiden auch chemische und physikalische Faktoren darüber, wie gut der Abbrand erfolgen kann. Bei schlechtem Wetter, wie Nebel oder zu hoher Sonneneinstrahlung, ist der Abbrand schlechter. Umgekehrt, kann gutes oder neutrales Wetter dafür sorgen, dass die einzelnen Abbrandphasen besser ablaufen können.

    Die optimale Luftzufuhr

    Um eine optimale Luftzufuhr zu erreichen, sollte man stets versuchen, die Entstehung von Überluft zu vermeiden. Wir empfehlen daher, der Flamme nur soviel Luft zuzuführen, dass sie sich kurz vor ihrem Kipppunkt befindet. Dadurch sorgen Sie dafür, dass das Holz ideal abbrennen kann. In dem Fall entstehen hohe Temperaturen, sowie ein langsamer und äußerst energieeffizienter Brandprozess.