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Kleiner oder großer Feuerraum beim Kaminofen? Was ist sinnvoll?

    Kleiner oder großer Feuerraum im Kaminofen

    Was die Größe des Feuerraums angeht, gibt es unterschiedliche Ausführungen. Aber was genau ist eigentlich der Unterschied zwischen einem kleinen und einem großen Feuerraum? Welche Variante ist sinnvoller? In diesem Artikel geben wir Ihnen die wichtigsten Informationen auf den Weg.

    Die Größe des Feuerraums

    Die Frage nach der Feuerraumgröße ist durchaus interessant. Dabei handelt es sich tatsächlich um eine der meistgestellten Fragen, die wir im Rahmen unserer Beratung gestellt bekommen. Viele Menschen lieben große Feuerräume, was natürlich auch verständlich ist. Sie hinterlassen einen tollen Eindruck und sehen schick aus, wenn sie im Wohnzimmer stehen.

    Was viele dabei vergessen ist, dass hier jedoch auch eine große Menge Holz benötigt wird. Wie wichtig dieses Volumen ist, möchten wir Ihnen anhand eines praktischen Beispiels veranschaulichen.

    Die Ofenampel

    Schauen wir uns dazu einmal eine Ofenampel an. Dies ist ein kleines Schildchen, das Kaminbesitzern aufzeigt, wie emissionsarm der von ihnen gewählte Ofen ist. Auf der Ofenampel sind insgesamt neun Stufen aufgezeichnet, die allesamt unterschiedliche Farben aufweisen. Grün bedeutet in dem Zusammenhang, dass der Ofen sehr emissionsarm ist. Rot bedeutet allerdings, dass der Ofen hohe Emissionen aufweist. Dazwischen gibt es einige Staffelungen.

    Wenn die Ofenampel die Angabe „8 kW“ enthält, bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass der Ofen auch eine Nennwärmeleistung von 8 kW hat, sondern, dass der Ofen mit 8 kW geprüft wurde. Die Menge an Holz ist letztendlich ausschlaggebend, denn sie entscheidet über die tatsächlich erzielte Ofenleistung.

    Beispiel: Wenn ein Feuerraum vorliegt, der auf 8 kW geprüft wurde, ist es schlichtweg unmöglich, mit einem halben Kilogramm Holz zu heizen. Das würde rein physikalisch nicht funktionieren, da die erforderliche Temperatur nicht zustande käme, denn die Mindesttemperatur des Brennraums liegt bei 450 Grad. Bei einem Ofen, der auf 8 kW geprüft wurde, müssten daher mindestens 2 Kilogramm Holz zugeführt werden, damit ein vernünftiger Abbrand entstehen kann. In den meisten Fällen ist dies sehr ineffizient und deutlich mehr, als der Wärmebedarf des Raumes beträgt.

    Die Schlussfolgerung

    Die Schlussfolgerung daraus ist, dass ein kleineres Volumen viel schneller auf 450 gebracht werden kann, als bei einem großen Volumen. Wenn der Brennraum also möglichst klein ist, dann genügt auch eine niedrigere Holzmenge, um auf die erforderliche Lufttemperatur im Feuerraum zu kommen. Diese Mindesttemperatur wird gebraucht, damit es zu einer Holzvergasung kommen kann, damit der Abbrand effizient erfolgt und damit sich keine schwarzen Scheiben bilden, die ständig gereinigt werden müssen.

    Je höher die Lufttemperatur im Feuerraum also ist, desto höher ist auch der Wirkungsgrad. Dementsprechend wird der Prozess bis zu einem gewissen Punkt effizienter, wenn die Temperaturen ansteigen.

    Wissenswert: Außerdem sollte man stets beachten, dass ein durchschnittliches Wohnzimmer von 30 bis 40 Quadratmetern bereits eine gewisse Grundwärme aufweist, da die Primärheizquelle, in dem Falle eine Heizung, ebenfalls arbeitet. Ähnlich wie bei einem Glas Wasser, das bereits voll ist, kann bei einem zu großen Brennraum schnell das Problem auftreten, dass zu viel Wärme zugeführt wird. Die Wärme staut sich dann an und es entstehen Raumtemperaturen, die denen einer Sauna gleichen.

    Wissenswert: Wenn es darum geht, eine möglichst hohe Effizienz zu erzielen, ist ein kleinerer Feuerraum also deutlich überlegen.

    Sonstige Dinge

    Die gewünschte Raumtemperatur spielt beim Thema Effizienz nur eine untergeordnete Rolle. Entscheidend ist nämlich, wie hoch die Lufttemperatur des Feuerraums ist, denn diese wirkt sich maßgeblich auf den Vergasungsprozess aus.

    Viele Menschen entscheiden sich aus optischen Gründen dazu, einen größeren Feuerraum zu wählen. Dadurch können aber zwei Fälle eintreten, die besonders ärgerlich sind.

    1) Der erste Fall ist, dass saunaähnliche Zustände entstehen, da dem Raum mehr Wärme zugeführt wird, als er benötigt.

    2) Andersrum fangen viele an, den Ofen nicht mehr ordnungsgemäß zu betreiben, da sie die hohen Raumtemperaturen vermeiden möchten. Sie legen weniger Holz in den Ofen ein, um die Temperaturen niedriger zuhalten. Das führt wiederrum dazu, dass erforderlichen 450 Grad nicht erreicht werden können. Der Brennraum bleibt also kälter, als erforderlich und es bilden sich schwarze Scheiben, viel Ruß, viel Asche und feste Verbrennungsrückstände.

    In den beiden Fällen vergeht einem ziemlich schnell die Freude am Betrieb eines Ofens. Außerdem leidet die Effizienz erheblich darunter. Ganz zu schweigen davon, dass das Ganze äußerst ungesund wäre, da der schlechte Abbrand zur Entstehung von Feinstaubpartikeln beiträgt, die in die Atemluft gelangen können.

    Tipp: In 99% der Fälle ist also ein kleiner Feuerraum wünschenswerter, als ein großer. Auch kleinere Ausführungen können jedoch schön aussehen und praktisch sein. Deshalb empfehlen wir, stets einen Kompromiss zwischen Optik und Funktion zu wählen.

    Wenn Sie eine umfassende Beratung wünschen, können Sie uns natürlich jederzeit kontaktieren.

    Die Wärmebedarfskurve

    Bei der Ermittlung der richtigen Brennraumgröße lohnt es sich, die Wärmebedarfskurve des Raumes zu berücksichtigen. Je länger der Ofen brennt, desto weniger Wärmebedarf wird auch mit zunehmender Zeit benötigt. Das sollte man im Hinterkopf behalten, denn wenn man ständig Holz nachlegt, entstehen zu hohe Temperaturen, die unter Umständen als äußerst unangenehm empfunden werden können.

    Wissenswert: Bei einem Kaminofen handelt es sich nach einen Alltagsgegenstand, der einem viel Freude bereiten sollte. Damit Sie Ihren Ofen ordentlich betreiben können und ihn nicht ständig reinigen oder die Asche heraustragen müssen, empfehlen wir, von Anfang an ein passendes Modell auszuwählen. Sprechen Sie uns dazu gerne an, denn wir können Sie umfassend beraten.