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Mehrfachbelegung am Schornstein? Was ist zu beachten

    Eine Mehrfachbelegung von Schornsteinen kann in vielen Fällen durchaus sinnvoll sein. Doch wann ist die Mehrfachbelegung am Schornstein überhaupt angebracht? Wann ist sie erlaubt und was gibt es dabei sonst noch zu beachten? Alles, was Sie dazu wissen müssen, erfahren Sie in diesem Artikel.

    Mehrfachbelegung am Schornstein

    Kommen wir zunächst zu etwas Grundlegendem, nämlich zur Definition einer Mehrfachbelegung. Diese liegt nämlich nur dann vor, wenn mehrere gleiche Feuerstellen angeschlossen werden. Bei unterschiedlichen Typen würden wir in dem Fall von einer sogenannten Gemischtbelegung sprechen. Sie liegt zum Beispiel vor, wenn sowohl Pellet-, als auch Kaminofen installiert werden sollen, denn dann sprechen wir von zwei verschiedenen Feuerstätten.

    Per Definition bedeutet eine Mehrfachbelegung also, dass gleiche Brennstoffe verwendet werden müssen, sodass der Wärmeerzeugungsvorgang bei jeder Feuerstelle übereinstimmt.

    Bei Kaminöfen der Bauart 1 ist außerdem wichtig, dass die Türen von selbst schließen. Demnach müssen sie von alleine wieder zufallen, nachdem man sie aufzieht. Diese Kriterien sind bei einer Mehrfachbelegung auf jeden Fall vorgeschrieben, denn auch eine Belegung von verschiedenen Öfen aus Bauart 1 und 2 sind hier unzulässig.

    Derartige Kombinationen sind deshalb nicht erlaubt, da bei der zweiten Bauart die Tür nicht von alleine zufällt, wodruch sie zwangsläufig als „offen“ bezeichnet werden muss. Unter Umständen könnte es also dazu kommen, dass Fremdluft/Nebenluft/Kaltluft in den Verbrennungsprozess einströmen würde, was wiederrum den Unterdruck der anderen Feuerstelle beeinträchtigt.

    Um also zurück zur Frage zu kommen, ob Mehrfachbelegungen erlaubt sind: Ja, das sind sie! Es können durchaus mehrere Feuerstellen angeschlossen werden, wenn die entsprechenden Vorgaben eingehalten werden. Nicht zuletzt ist auch immer der Durchmesser des Schornsteins wichtig.

    Welcher Durchmesser muss gewählt werden?

    Der überwiegende Teil der Feuerstätten besitzt einen 150-er Anschluss. Häufig werden wir gefragt, welchen Durchmesser man denn nun wählen soll oder welcher Durchmesser der Optimale ist. Hier können wir sagen, dass es den optimalen Durchmesser in der Form nicht gibt, da es immer auf die Gegebenheiten ankommt.

    Gehen wir allerdings davon aus, dass zwei 150-er Feuerstätten angeschlossen werden sollen, so können wir uns einer einfachen Faustformel oder einem Erfahrungswert bedienen. Erfahrungsgemäß verbauen wir bei zwei 150-er Feuerstätten einen Durchmesser von 180, bezogen auf das Innenrohr.

    Je mehr Öfen allerdings angeschlossen werden sollen, desto mehr erhöht sich logischerweise auch der erforderliche Duichmesser. Das liegt daran, dass wir immer vom Extremfall ausgehen müssen, also dass alle Feuerstätten zur gleichen Zeit brennen. Auch, wenn das häufig nicht der Fall ist, sind wir nur auf diesem Wege sicher und können jeden möglichen Fall berücksichtigen.

    Einige Berechnungsprogramme können uns hier allerdings helfen, da sie zumindest näherungsweise die erforderlichen Werte berechnen. Das Non-Plus-Ultra sind sie allerdings auch nicht, da sie immer nur einen Zeitraum von einem Tag betrachten. Wer sich jedoch mit Kaminöfen auskennt, weiß, dass hier die Betrachtung von einem Normtag nicht ausreicht, um eine genaue Aussage treffen zu können. Hier müssen also längere Zeiträume herangezogen werden.

    Um den genauen Durchmesser auszurechnen, empfehlen wir, sich an einen Kaminofenberater Ihres Vertrauens zu wenden. Auch wir können Ihnen gerne weiterhelfen.

    Weitere Dinge, die zu beachten sind

    Wie es der Rechtsstaat so will, gibt es allerdings weitere Dinge, die bei einer Mehrfachbelegung beachtet werden müssen. Laut Gesetz kann eine Feuerstelle nicht direkt gegenüber von der anderen angeschlossen werden. Zwischen muss mindestens ein Abstand von 30 Zentimetern herrschen, da es sonst aufgrund der Rauchgasentwicklung zu Problemen kommen könnte. In den meisten Fällen ist die Regelung aber obsolet, da sich die nächste Feuerstätte häufig eine Etage ober- oder unterhalb der Anlage befindet.

    Zudem ist zu beachten, dass der Schornstein eine gewisse Höhe aufweisen muss. Das liegt daran, dass sich der Unterdruck im gesamten Schornstein aufbaut und nicht etwa nur in gewissen Teilen, wie fälschlicherweise häufig vermutet wird. Die Höhe muss also auch dahingehend angepasst werden, sodass der erforderliche Unterdruck erreicht wird, damit der gesamte Prozess ungehindert voranschreiten kann.

    Sonderfall: Mehrfachbelegung bei Be- und Entlüftungsanlagen

    Bei der Mehrfachbelegung von Be- und Entlüftungsanlagen liegt ein Sonderfall vor. Hier gibt es ebenfalls per Gesetz nämlich die Anforderung, dass die Zuluftführung aus der gleichen Quelle geholt werden muss. Bei Be- und Entlüftungsanlagen ist außerdem wichtig, dass der Ofen extern mit Luft versorgt wird. Es ist also nicht möglich, den Raum als Luftquelle heranzuziehen.

    Üblicherweise geschieht dies heutzutage durch sogenannte LAS-Schornsteine. Die drei Buchstaben stehen dabei für „Luft-Abgas-Schornstein“. Hier gibt es einen speziell verbauten Ringspalt, über welchen die Luft für den Verbrennungsprozess angesaugt wird. Bei einer Be- und Entlüftungsanlage muss sie aus der gleichen Quelle, also aus dem gleichen Schornstein stammen. Das hat etwas damit zu tun, dass gleiche Druckverhältnisse erforderlich sind, damit sich die Feuerstätten nicht gegenseitig behindern.

    Abschließend

    Wir empfehlen in jedem Fall, einen Experten heranzuziehen, wenn Sie sich für eine Mehrfachbelegung entscheiden. Dieser kann Ihnen die erforderlichen Durchmesser und genau berechnen und Sie außerdem darüber aufklären, welche Einzelheiten zu beachten sind. Wir danken Ihnen fürs Durchlesen und stehen Ihnen natürlich jederzeit zur Verfügung, wenn Sie eine umfassende Beratung wünschen oder offene Fragen haben. Vielen Dank und bis bald!