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Schornstein für Pelletofen – W3G Regel

    Was versteht man unter der W3G Regel? In diesem Artikel geben wir Ihnen die wichtigsten Informationen.

    Die W3G Regel

    Die W3G-Regel ist eine Klassifizierung von Schornsteinen. Um zu verstehen, was es damit auf sich hat, sollten wir uns zunächst einmal die drei Buchstaben genauer anschauen. „W“ steht für die Kondensatbeständigkeitsklasse. W bedeutet dabei, dass wir es mit einer feuchten Betriebsweise zu tun haben. Sobald der Taupunkt an der Schornsteinmündung oder anderswo im Schornstein unterschritten wird, fällt daher Kondensat an.

    Die „3“ hingegen steht für die Korrosionswiderstandsklasse. Die dritte Klasse ist bei festen Brennstoffen zwingend erforderlich. Das liegt daran, dass das Material mit zunehmender Temperatur gedehnt wird, wodurch die kristalline Struktur aufbricht. Dadurch würde Feuchtigkeit eindringen, was zu Korrosion führen würde. Damit das nicht geschieht, muss es bei festen Brennstoffen eine sehr hohe Wärmefestigkeit und Materialgüte geben, die in dem Fall durch Korrosionswiderstandsklasse 3 festgelegt wird. Flüssige und gasförmige Brennstoffe hingegen bräuchten Korrosionswiderstandsklasse 2.

    Das „G“ steht für Rußbrandbeständigkeit. Das Gegenstück dazu wäre ein „O“, denn dieses würde signalisieren, dass keine Rußbrandbeständigkeit vorliegt.

    Zusammengefasst bedeutet „W3G“ also, dass in einer feuchten Betriebsweise ein rußbrandbeständiges Material der Korrosionswiderstandsklasse 3 verwendet wird. W3G-Modelle eignen sich aber auch gleichermaßen für eine feuchte und für eine trockene Betriebsweise von Feuerstätten.

    Wann wurde die W3G-Regel wichtig?

    Seit die Firma Schiedel vor einigen Jahren die W3G-Zulassung herausgegeben hat, wurden derartige Schornsteinmodelle immer bedeutender. Allerdings gibt es keine gesetzliche Vorschrift, die die Verwendung von W3G-Schornsteinen vorschreibt. Sie als Ofenbetreiber müssen also nicht zwingend ein W3G-System einsetzen.

    Die Begründung, warum die W3G-Regel dennoch existiert ist, dass die Inbetriebnahme auch nach einem Rußbrand noch möglich sein soll. Allerdings halten wir das nicht für sonderlich sinnvoll. Nach einem Rußbrand wird die Inbetriebnahme trotz W3G-Regel erschwert und wir finden es dennoch riskant, einen Schornstein in so einem Fall weiterhin zu nutzen. Viele Schornsteinfeger würden ebenfalls dazu plädieren, den Schornstein nach einem Rußbrand einfach herauszureißen und neu zu bauen: Damit sind einfach alle auf der sicheren Seite und Sie müssen keinen erneuten Rußbrand befürchten.

    Außerdem hat der Schornsteinfeger immer das letzte Wort. Wenn der Schornsteinfeger also sagt, dass der Schornstein neu gebaut werden muss, um das Gefahrenrisiko zu minimieren, dann nutzt auch der teuerste W3G-Schornstein nichts mehr. Insgesamt sind W3G-Ausführungen nämlich deutlich teurer als herkömmliche Schornsteine.

    Da dies allerdings auch das einzige Argument für die W3G-Regelung ist, halten wir sie für wenig sinnvoll. Das gilt insbesondere, wenn wir uns den Preisunterschied anschauen, denn ein W3G-Schornstein ist etwa um 80% teurer. Das bedeutet, der Kunde zahlt letztendlich fast das Doppelte für ein System, das nach einem Rußbrand sehr wahrscheinlich nicht mehr in Betrieb bleiben wird.

    Viele, die sich nicht auskennen, zahlen den Aufpreis für ein derart teureres Modell. Damit Ihnen das nicht passiert, empfehlen wir ein Gespräch bei einem unabhängigen Kaminofen-Berater. Natürlich stehen wir Ihnen immer zur Verfügung, wenn Sie eine umfassende Beratung wünschen.

    Wir danken fürs Durchlesen.