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Schwarze Kaminofen Scheiben? Warum wird die Scheibe meines Kaminofens schwarz?

    Warum wird die Kaminofen Scheibe schwarz?

    Ihr Kaminofen hat schwarze Scheiben? So ein Fall ist natürlich besonders ärgerlich. Neben dem vielem Aufwand, der beim Putzen entsteht, sind da natürlich auch die vielen Rußpartikel, die nicht unbedingt gesundheitsförderlich sind. Da es sich um eine der am häufigsten gestellten Fragen handelt, möchten wir in diesem Artikel aufzeigen, wieso die Scheiben überhaupt schwärzen. Außerdem geben wir Ihnen hilfreiche Tipps und Tricks an die Hand, wie Sie solche Fälle in Zukunft verhindern können.

    Zwei Phänomene sind entscheidend dafür, warum die Ofenscheibe schwarz wird.

    Zum einen ist das die Unterluft und zum anderen die Oberluft.

    Die Unterluft

    Den Begriff „Unterluft“ gibt es in der Form eigentlich nicht, doch er zeigt exemplarisch ein wesentliches Problem auf, das viele Öfen haben. Dadurch, dass zu wenig Sauerstoff in den Ofen gelangt, kann der Verbrennungsprozess nicht ordnungsgemäß ablaufen. Die Folge ist, dass sich Rußpartikel an den Scheiben ablagern, anstatt durch den Schornstein befördert zu werden.

    Wie kann man das allerdings vermeiden? Zum einen ist es wichtig, immer eine helle, gelbe Flamme sehen zu können. Ansonsten kann der Brennvorgang nicht korrekt ablaufen. Wenn das nicht der Fall ist, gibt es zwei Optionen:

    Entweder ist nicht genügend Holz vorhanden, oder aber die zugeführte Luftmenge reicht nicht aus.

    Das kann dazu führen, dass die Flamme allmählich erstickt und dass sich der Ruß am Fenster absetzt. Das ist nicht sonderlich gut für Ihre Gesundheit, da die Feinstaubpartikel auch über die Ofentür in die Atemluft gelangen können. Unabhängig davon, wie gut der Ofen auch sein mag, hat jede Ofentür eine gewissen Leckage. Das Einatmen ist natürlich besonders ungesund, weshalb Sie unbedingt eine richtige Luftzufuhr gewährleisten sollten.

    Wichtiger Faktor: Die Holztrocknung

    Auch der Trockenheitsgrad des Holzes spielt eine entscheidende Rolle und kann erheblichen Einfluss darauf haben, ob Ihre Scheibe schwarz wird oder nicht. Gutes Holz sollte einen Feuchtigkeitsanteil zwischen 15 und 20 Prozent aufweisen, bestenfalls sogar unter 15%.

    Wenn Ihr Holz allerdings feuchter sein sollte, wie es bei frisch gehacktem, ungelagertem Holz der Fall sein kann, dann besteht die Gefahr, dass der Brennwert entsprechend gering ist. Wenn das der Fall ist, dann kann die Holzzelle nicht ordnungsgemäß aufplatzen und der Heizwert sinkt dadurch drastisch.

    Wenn jedoch weniger Energie aus dem Holz entweichen kann, wird nicht der ganze Teil des Holzes ausgenutzt und der Prozess findet unter deutlich niedrigeren Temperaturen statt, als es bei trockenem Holz der Fall wäre. Die Folge daraus ist, dass die Rußpartikel nicht mehr richtig abgefördert werden können und auf der Scheibe liegen bleiben.

    Bei selbstgehacktem Holz: Achten Sie auf eine trockene Lagerung

    Holz ist im Allgemeinen ein sehr hydrophiler Stoff. Ähnlich wie bei einem Schwamm, nimmt das Holz die Feuchtigkeit aus der Umgebung schnell auf. Wenn es also nicht trocken gelagert wird oder schlimmstenfalls im Regen steht, dann kann dies bei der Verbrennung zu schwarzen Scheiben führen. Achten Sie also stets darauf, Ihr Holz trocken zu lagern.

    Technisch getrocknetes Holz: Darauf sollten Sie beim Kauf achten

    Auch bei technisch getrocknetem Holz, das Sie im Fachhandel erwerben können, sollten Sie unbedingt nachmessen, wie hoch der Feuchtigkeitsgehalt tatsächlich ist. Oft wird dieser zwar sehr niedrig angegeben, jedoch haben auch die bewährten Trocknungsverfahren ihre Tücken.

    Häufig wird die Kernfeuchtigkeit des Holzes falsch angegeben oder gar bei Messungen vernachlässigt. Auch, wenn an der Außenseite eine Feuchtigkeit von 15% vorliegen mag, kann es im Holzkern ganz anders aussehen. 

    Deshalb sollten Sie im besten Falle vor dem Kauf das Holz in der Mitte spalten und stichprobenartig einige Messungen durchführen, um aussagekräftige Feuchtigkeitswerte ermitteln zu können. Zwar gibt es gesetzliche Vorgaben, dass der Wassergehalt eines jeden Holzstücks maximal 25% betragen müsse, jedoch finden wir, dass es sich hierbei um verschwendetes Potenzial handelt. Damit Sie auf der sicheren Seite sind, die Energieeffizienz bestens ausnutzen und schwarze Färbungen an den Scheiben vermeiden, empfehlen wir einen Feuchtegehalt von unter 15%. Prüfen Sie diesen Wert vor allem im Holzkern.

    Auch die Witterungsverhältnisse können sich auf Ihren Ofen auswirken

    Die Witterung hat entscheidenden Einfluss darauf, wie der Ofen aufheizt.
    Im Hochsommer wird man beispielsweise feststellen, dass das Heizen mit dem Kaminofen nicht sonderlich gut funktioniert. Das liegt daran, dass sowohl Innen-, als auch Außendruck ähnliche Werte aufweisen, wodurch es kaum Temperaturgefälle gibt. 

    Auch die sogenannten Inversionswetterlagen, also plötzlich auftretende Tiefdruckgebiete, können sich negativ auf den Ofen auswirken. Hierbei entstehen kalte Luftmassen, die nach unten ziehen. Die kalte Luft drückt nun, ähnlich wie bei einem Korken, von oben auf den Schornstein und erschwert dadurch, dass die warme Ofenluft nach oben entweichen kann. Vor allem in Wechselperioden ist das häufig der Fall.

    Lockfeuer können dabei helfen, dass die Rauchgase wieder durch den Kamin abziehen können

    Ein Lockfeuer ist nichts anders, als ein kleindosiertes Feuer, welches Sie beispielsweise an der Schornsteinsohle entfachen sollten. Dieses kann Ihnen vor allem bei Inversionswetterlagen helfen, denn die sich im Schornstein befindliche, kalte Luft wird durch das Feuer erwärmt und steigt nach oben. Dadurch bleibt die freie Konvektion wieder ungehindert und die Luft des Ofens muss nicht erst den immensen Gegendruck überwinden, ehe sie nach oben steigen kann. Um ein solches Lockfeuer zu entfachen, können Sie ganz einfach die untere Schornsteinreinigungstür öffnen. Anschließend können Sie, langsam aber kontrolliert, einige Zeitungsblätter abbrennen lassen.

    Die Überluft

    Auch die Überluft ist eines der wesentlichen Probleme, die dazu führen können, dass die Scheibe schwarz wird. Wenn der Luftschieber beispielsweise zu sehr aufgedreht wird, ist die Luftmenge nicht mehr sonderlich drosselbar. Dadurch liegt zu viel Sauerstoff im Brennraum vor, wodurch auch das Holz übermäßig schnell abbrennt. Die Folge daraus ist, dass die Holzzellen nicht ordnungsgemäß aufplatzen können und dass sich dadurch schwarze Rußpartikel an den Scheiben ablagern.

    Die Lösung für das Problem

    Wenn Sie eine Lösung für Ihre schwarzen Scheiben wünschen, empfehlen wir Ihnen, die Luftzufuhr optimal zu wählen. Dazu hilft auch die Verwendung eines sogenannten Zugbegrenzers, da dieser Ihnen dabei helfen kann, den Unterdruck konstant zu halten. Dadurch wird eine effizientere Verbrennung ermöglicht.

    Außer beim Anmachen sollten Sie außerdem darauf achten, niemals sichtbaren Rauch im Vorderraum zu haben. Lediglich beim Anmachen darf sich ein wenig Rauch bilden, aber er sollte während des Brennvorgangs abziehen. Außerdem ist es hilfreich, wenn Sie immer eine helle, gelbe Flamme sehen können. Im besten Falle sollte diese auch tatsächlich so langsam brennen, dass sie kurz vor dem Zusammenfallen ist. Dann können Sie sich sicher sein, dass die Luftzufuhr Ihres Ofens optimal gesteuert ist.

    Probieren Sie außerdem, die Luftzufuhr Ihres Ofens zu verändern. Falls alle hier genannten Tipps nichts bringen sollten, empfehlen wir Ihnen, einen Fachmann heranzuziehen, da dieser das Problem ausfündig machen und Ihnen helfen kann.