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Tipps zum Kauf von Kaminbodenplatten – Wann wird der Funkenschutz überhaupt benötigt?

    Kaminofen Bodenplatte

    Kaminbodenplatten sind wichtig und werden gemäß Feuerungsverordnung vorgeschrieben. Auch, damit der Schornsteinfeger den Ofen abnimmt, müssen sie spätestens vor der ersten Inbetriebnahme angebracht werden. Zwar liefern viele Hersteller optional auch eine Platte mit dazu, jedoch passen sie nicht immer in den Raum oder müssen gegebenenfalls neu gekauft werden. Worauf Sie beim Kauf Ihrer Platte achten sollten, erfahren Sie in diesem Artikel.

    Anforderungen an die Bodenplatten

    Bodenplatten dienen in erster Linie dazu, den Boden vor Funkenflug zu schützen. Außerdem haben sie den Vorteil, dass sie auch Verschmutzungen, die durch herausfallende Asche oder durch Holzreste entstehen können, wiederauffangen können.

    Bei einem Ofen mit brennbarem Belag (Holz, PVC, Laminat) muss gemäß Feuerungsverordnung, eine Bodenplatte aus nicht brennbarem Material vorgelegt werden.  Auch Teppiche, Kork- oder Vinylböden fallen in diese Kategorie. Um die Brandgefahr zu reduzieren und Schäden zu vermeiden, sollten Sie unbedingt auch die erforderlichen Maße berücksichtigen.

    Die Bodenplatte muss dabei so groß sein, dass alle Bereiche innerhalb von 30 cm von der Seite und 50 cm vor dem Ofen abgedeckt werden. Bei drehbaren Öfen, bei denen man die Tür um 90 Grad drehen kann, müssen die Seiten natürlich ebenfalls eine 50 cm lange Bodenplatte vorgelegt bekommen. Sofern sich der Ofen allerdings um 360 Grad drehen kann, soll auch an allen Seiten ausreichend Platz für die Abdeckung vorhanden sein. In dem Fall müsste die Bodenplatte also insgesamt einen Radius von 50 cm aufweisen.

    Wichtig ist, dass es sich dabei nur um die Minimalanforderungen handelt. Wer auf Nummer sicher gehen will, der kann natürlich eine größere Fläche einkalkulieren. 

    Wissenswert:

    • Die Platte muss sich nicht zwingend unterhalb des Ofens befinden. Das ist ein häufiges Missverständnis, da sie auch unmittelbar vor dem Ofen angebracht werden kann.
    • Viele Kaminofenhersteller liefern bereits in den Aufstellhinweisen ausführliche Informationen mit, was die Platzierung der Bodenplatte betrifft. Ein Blick hierein kann sich lohnen, denn oftmals sind noch nützliche Tipps zum Aufbau enthalten.

    Das richtige Material für die Bodenplatte wählen

    Bei der Materialauswahl kommen grundsätzlich verschiedene Optionen in Frage. Das Gesetz schreibt lediglich vor, dass es sich um einen nicht brennbaren Stoff handeln muss. Stein oder Metall kommt hierbei genauso gut in Frage, wie Granit oder Schiefer.

    Die beiden häufigsten Materiale für Ofenplatten sind allerdings Stahl oder Glas. Bei einer klaren Glasplatte ist natürlich alles, was sich unterhalb befindet, sichtbar. Wenn Sie also gewisse Stellen überdecken wollen, empfehlen wir Ihnen die Variante aus Edelstahl. Glasplatten eignen sich aber sehr gut, wenn das Gesamtbild des Raumes aufrechterhalten werden soll. Wenn Sie sich wünschen, dass man den Boden noch sieht, dann können Sie die Variante aus Glas wählen.

    Tipp: Beim Kauf einer Glasplatte sollten Sie darauf achten, dass sie aus zertifiziertem Sicherheitsglase besteht. Damit vermeiden Sie auch das Verletzungsrisiko und die Gefahr von Sprüngen.

    Wie sollte die Bodenplatte an den Ofen angebracht werden?

    Achten Sie darauf, die Vorlegeplatte so an den Ofenkorpus anzuformen, dass keine Lücken entstehen. Damit vermeiden Sie, dass Funken zwischen die Rillen gelangen. Außerdem ist das wichtig, damit der Schornsteinfeger den Ofen abnimmt.

    Darum sollte man Vorlegeplatten nicht mit Silikon an den Ofen bringen

    Die Bodenplatte sollte allerdings nicht mit Silikon befestigt werden, da es ansonsten schnell zu Spannungen kommen kann. Die Folge daraus ist, dass die Glasplatte eines Tages kaputtgeht, wenn man viel auf der Oberfläche läuft oder die Platte sich sonstig bewegt. Daher sollte man die Platte bestenfalls lose liegen lassen.

    Ein weiteres Problem bei der Verwendung von Silikon ist, dass dort der Schmutz ziemlich schnell haften bleibt. Wenn man also mit einem feuchten Lappen darüberwischt, dann lagert sich der Schmutz an der Dichtlippe ab.

    Auch das Entfernen von Silikonfugen ist mit sehr viel Arbeit verbunden. Jeder, der schon einmal versucht hat, sie abzukratzen, weiß, dass dies sehr anstrengend sein kann. Entgegen der üblichen Empfehlungen raten wir also ausdrücklich davon ab, Silikon zur Anbringung zu verwenden.

    Was sollte man tun, wenn der Hersteller keine Vorlegeplatten anbietet?
    Obwohl die meisten Hersteller mittlerweile auch Vorlegeplatten im Sortiment haben, gibt es natürlich auch Fälle, in denen sie nicht vorhanden sind. Dann empfehlen wir, zum Glaser zu gehen, da er auch welche fertigen und direkt an den Ofen anpassen kann.

    Sie werden meistens aus DSG-Glas hergestellt. Dieses hat den Vorteil, dass es nicht gleich in tausende Teile zerbricht und durch den Raum fliegt, sofern es kaputtgeht. Bei der Variante ist eine dünne Folie an beiden Seiten angebracht. Es zersplittert dadurch nur innerhalb dieser Folien und die Glassplitter bleiben dazwischen, was vor allem im Zusammenhang mit Kaminöfen sehr praktisch sein kann. Allerdings kann man DSG-Glas deswegen auch nicht thermisch vorspannen.

    Welches Material sollte man bei der Vorlegeplatte wählen?

    Auch das Material von Vorlegeplatten sollte mit Bedacht gewählt werden. Der Vorteil von Glas ist, dass man kleinere Abschürfungen aufgrund der Transparenz nicht sofort sehen kann. Bei einer Stahlplatte hingegen erkennt man sofort, wenn sie eine längere Zeit benutzt wurde. Natürlich wird auch der beste Stahl sich nach einer Zeit abnutzen, weshalb man die Platte nach einigen Jahren erneuern sollte, um die Optik zu erhalten.

    Grundsätzlich besteht auch die Wahl zwischen mattem Edelstahl, glänzendem Edelstahl, geriffeltem Edelstahl, Aluminium, Kupfer und pulverbeschichtetem Edelstahl. Sehr beliebt ist auch Cortenstahl, da es durch das rostige Aussehen sehr modern wirkt. Es passt sehr gut zu Beton und ergibt auch von der Optik her ein stimmiges Gesamtbild.

    Wahlweise bieten manche Hersteller natürlich auch die Option, die Platte in verschiedenen RAL-Farben zu beschichten. Somit können Sie die Farbe auch an Ihren Raum anpassen und für ein schönes Design sorgen.

    Bei Unterlegeplatten aus Glas hat man allerdings das Problem, dass man den Staub darunter nicht wegbekommt. Er springt natürlich sofort ins Auge. Eine Reinigung ist deshalb sehr schwer und der ganze Ofen muss dafür abgebaut werden, sofern sich die Platte unterhalb des Ofens befindet.

    Wir empfehlen daher die Wahl einer Edelstahlvariante, die zu Ihrem Raum passt.

    Sonstige Tipps

    Achten Sie beim Platzieren der Platte darauf, dass sich kein Schmutz darunter befindet. Sofern die Platte uneben auf dem Boden liegt oder sich kleine Steinchen im Weg befinden, kann es später natürlich auch schnell zu Rissen kommen. Um beim Verlegen keine Kratzer am Boden zu verursachen, können Sie eine Decke oder eine Polsterung verwenden. Damit sollte auch Ihrem nächsten Aufbau nichts mehr im Wege stehen!