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Wann muss ein Schornstein saniert werden?

    Wann muss ein Schornstein saniert werden?

    Schornsteine müssen hin und wieder saniert werden. Doch woher weiß man, wann es so weit ist? In diesem Artikel beantworten wir eine häufig gestellte Frage.

    Fall 1 – Bei Versottungen

    Prinzipiell sollte ein Schornstein immer dann saniert werden, wenn er kaputt ist. Das sollte jedem klar sein. Doch darunter fällt natürlich auch eine Versottung. Sie liegt dann vor, wenn sich am Schornstein plötzlich braune oder schwarze Flecken bilden.

    Eine Versottung entsteht, wenn die Abgase bereits im Ofen anfangen, zu kondensieren. Die Säuren, die dabei austreten, lagern sich nun nach und nach im Schornstein ab, wodurch er schrittweise kaputt geht. In so einem Fall bleibt also nichts anderes übrig, als eine Sanierung vorzunehmen, da ein versotteter Schornstein nicht viel nutzt und nicht mehr lange betrieben werden kann.

    Zur Erklärung: Ein normaler Vollbrandziegel mit 11,5 cm Wandstärke kann im Schnitt etwa 750 Milliliter Wasser aufnehmen. Das Problem ist jedoch, dass bei einer Versottung kein reines Wasser entsteht, sondern eine Flüssigkeit, die alle möglichen Säuren enthält. Dieses Kondensat frisst sich ins Material und zersetzt den Stein nach und nach.

    Wenn der Schornstein versottet ist, dann ist er dadurch nicht mehr rußbrandbeständig. Das ist allerdings eine wesentliche Anforderung, deshalb bleibt in so einem Fall nur noch die Sanierung übrig, als einzig logische Option.

    Darum raten wir von der Verwendung von Dämmwolle ab

    Häufig empfehlen Schornsteinfeger die Verwendung von Dämmwolle, wenn der Schornstein versottet ist. Davon raten wir allerdings ab, denn die Dämmung verhindert, dass Flüssigkeit nach außen hin verdampfen kann. Durch die Verwendung von Dämmwolle würden Sie das Problem also nicht beheben, sondern tendenziell eher verschlimmern.

    Das liegt daran, dass die Wassermenge im Schornstein immer weiter steigt, wenn Dämmwolle verwendet wird. Das ist natürlich nicht zielführend. Falls Ihr Schornstein also versottet sein sollte und Sie die Empfehlung erhalten, Dämmwolle zu verwenden, dann sollten Sie vorsichtig sein. Eine Sanierung ist in diesem Fall vorzuziehen.

    Fall 2 – Bei niedrigen Abgastemperaturen

    Auch, wenn niedrige Abgastemperaturen vorliegen, sollte ein Schornstein saniert werden. Das ist häufig der Fall, wenn ein Wechsel von Kamin- zu Pelletofen erfolgt. Bei Letzterem fallen niedrigere Abgastemperaturen an, als beim Kaminofen.

    Bei einem Kaminofen muss in der Regel keine spezielle Sanierung vorgenommen werden, da die Abgastemperaturen hier recht hoch sind. In den meisten Fällen bleibt der Schornstein hier weitestgehend trocken.

    Bei einem Pelletofen liegen allerdings Abgastemperaturen, von etwa 120 Grad vor. Das sorgt dafür, dass ziemlich schnell Versottungen entstehen können, falls es zu einer Taupunktunterschreitung kommt. Nicht zuletzt hängt das jedoch auch mit den Schornsteinmaßen zusammen.

    Wissenswert: Beim Wechsel vom Kamin- auf den Pelletofen kommt es häufig vor, dass Schornsteinfeger eine Sanierung verordnen. Darüber sollte man sich bestenfalls vorab im Klaren sein, wenn man einen Umstieg plant.

    Sonstige Dinge

    Leider entsteht immer eine gewisse Menge an Wasser, die man nicht vermeiden kann. Das passiert unter anderem, wenn es draußen kalt ist und die warmen Abgase am Schornstein entlang strömen, denn dadurch bildet sich Kondensat. Auch Regenwetter und schwankende Witterungsverhältnisse können die Entstehung von Flüssigkeit begünstigen. In der Regel sollte ein Schornstein diese Schwankungen allerdings vertragen. Wenn das nicht mehr ordnungsgemäß funktionieren sollte, dann muss der Schornstein abgebrochen oder neu saniert werden.