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Wie hoch muss die Höhe vom Schornstein sein?

    Sie möchten bei sich einen Schornstein befestigen? Ein spannendes und sicher etwas aufwendiges Vorhaben, schließlich gibt es hier einiges zu beachten. Wie hoch dabei der Schornstein eigentlich sein muss und welche rechtlichen Rahmenbedingungen es gibt, erfahren Sie in diesem Artikel.

    Die Höhe eines Schornsteins

    Es gibt zwei mögliche Herangehensweisen, wenn man der Frage nachgehen möchte, wie hoch der Schornstein eigentlich sein muss. Leider ist es heutzutage nicht mehr ganz so einfach, die Antwort aus dem Gesetz abzuleiten. Die zugehörige Berechnung kann aus der VDI 3781 Blatt 4 abgelesen werden und an diese sollten Sie sich halten, wenn Sie den Schornstein anbringen möchten.

    Die erste Frage, die man sich für die Höhenberechnung stellen sollte, ist, ob ein fester Brennstoff verwendet wird oder nicht. Wenn ja, dann gilt es im nächsten Schritt zu prüfen, ob die Dachneigung einen Winkel aufweist, der größer als 20 Grad ist.

    Wenn Sie diese Frage ebenfalls mit ja beantworten können, dann sollte im abschließenden Schritt geschaut werden, wo das nächstgelegene Fenster liegt. Der Schornstein muss sich nämlich auch in diesem Fall einen Meter über dem Fenster befinden, damit die Gase nicht hineinströmen können.

    Wenn alle drei Kriterien zutreffen, dann gibt es zwei Möglichkeiten, die Höhe und Position des Schornsteins festzulegen. Möglichkeit 1 ist, dass sich der Schornstein entweder 40 cm über dem Dachfirst befinden kann. Alternativ schreibt das Baurecht vor, dass sich der Schornstein in einem waagerechten Abstand von 2,30 m, gemessen von der Mündung bis zur Dachfläche, befinden kann. Beide Möglichkeiten sind grundsätzlich denkbar und kommen immer darauf an, welcher Fall bei Ihrem Haus am sinnvollsten ist. Ein Schornsteinfeger oder Kaminofenberater wird Sie in der Hinsicht umfassend beraten können. Die Feuerungsverordnung ist Ländersache, deswegen kann es auch bei diesen Regelungen in bestimmten Fällen Abweichungen geben.

    Alternativ kann sich der Schornstein jedoch auch mindestens 15 Meter vom Nachbargebäude entfernt befinden, um die gesetzlich geforderte Mindesthöhe vermeiden zu können. Wenn der Schornstein sich allerdings innerhalb von 15 Metern zum nächstgelegenen Gebäude befindet, sind dementsprechend die vorgeschriebenen 2,30 Meter bzw. 40 Zentimeter über Dachfürst einzuhalten.

    Soweit zur Theorie. Allerdings gibt es auch die Fälle, in denen die Dachneigung kleiner ist als 20 Grad oder in denen kein fester Brennstoff verwendet wird. In dem Fall berechnet sich die Entfernung der Schornsteinmündung zum Dach nach einem anderen Verfahren. Diese muss dann nämlich einen Meter betragen, ausgehend vom senkrechten Abstand des höchsten Punktes vom Schornstein zur Dachschräge. In den meisten Fällen ist diese Vorgehensweise jedoch ausgeschlossen, denn die meisten Schornsteinfeger lassen einen derartigen Fall nicht durchgehen.

    Häufig kursiert unter vielen Schornsteinfegern noch die Annahme, dass sich der Schornstein grundsätzlich immer 40 Zentimeter über dem Dachfirst befinden soll, weil das irgendwer einmal gesagt haben soll. Das stimmt allerdings so nicht, denn per Gesetz wäre auch die zweite Alternative zulässig, auch, wenn das heutzutage kaum mehr umgesetzt wird.

    Flachdächer und Reetdächer

    Bei Flachdächern muss die Höhe des Schornsteins mindestens einen Meter über dem Dach hinausragen. Bei einem Reetdach sind es 80 Zentimeter, die der Schornstein nach oben hin aufweisen muss.

    Abschließend

    Vielen Dank fürs Durchlesen! Tipp: Schauen Sie sich übrigens gerne unser YouTube Video an, denn hier haben wir Ihnen alle möglichen Fälle auch grafisch aufgezeichnet, damit Sie sich ein genaues Bild von der Thematik machen können. Im Zweifel sollten Sie sich immer fachmännische Beratung einholen, um Fehler und teure Nachzahlungen zu vermeiden. Wenn Sie eine umfassende Beratung wünschen, stehen wir Ihnen natürlich immer zur Verfügung.