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Wo sollte ein Kaminofen am besten aufgestellt werden?

    Der beste Aufstellort für einen Kaminofen

    Sie möchten sich einen Kaminofen anschaffen und fragen sich nun, wo der ideale Aufstellort sein könnte? Zunächst einmal gratulieren wir Ihnen für die Entscheidung, denn ein Kaminofen ist eine äußerst spannende Anschaffung.

    Die Frage nach dem Aufstellort ist allerdings gar nicht so einfach zu beantworten, da es jede Menge Details zu berücksichtigen gibt. Hier spielen nicht nur ästhetische und effizienztechnische Aspekte eine Rolle, denn es müssen auch eine Vielzahl an Vorgaben, etwa in puncto Brandschutz oder Verbindungsrohrlänge, berücksichtigt werden.

    In diesem Artikel wollen wir Klarheit schaffen und Ihnen die wichtigsten Tipps und Tricks an die Hand geben, die Sie bei der Aufstellung berücksichtigen sollten. Bitte beachten Sie, dass es sich lediglich um einen Überblick handelt. Sie sollten sich im besten Fall immer fachmännisch beraten lassen, um auf der sicheren Seite zu bleiben.

    Wir wünschen viel Spaß beim Lesen!

    Diese Szenarien kommen grundsätzlich in Frage

    Leider gilt die Aussage, dass der kürzeste Weg der Beste ist, nicht zwangsläufig, wenn es um den Aufstellort eines Kaminofens geht. Das liegt unter anderem daran, dass die Öfen letztendlich durch den Schornsteinfeger abgenommen werden müssen. Nur, wenn die Abnahme ordnungsgemäß erfolgt, zahlt die Brandschutzversicherung für den Katastrophenfall. Es lohnt sich also immer, sorgfältig zu planen.

    Fangen wir daher relativ simpel an, mit einer Grundregel. Sie besagt:

    *) Der horizontale Teil der Verbindungsleitung (von Ofen zu Schornstein) soll maximal 1/3 der Gesamtlänge betragen, die der vertikale Teil der Verbindungsleitung ausmacht. 

    Dieses Prinzip haben wir Ihnen bereits in einem anderen Artikel erklärt, es findet aber nach wie vor Anwendung. Der Aufstellort Ihres Ofens sollte sich daher immer danach richten, wo sich Ihr Schornstein befindet und wie Sie die Verbindungsleitung am besten positionieren können.

    Szenario 1: Der Kamin soll sich im gleichen Raum befinden, wie der Schornstein

    Dieses Szenario ist sehr gängig. Dazu können Sie einfach den vertikalen Teil Ihrer Verbindungsleitung messen. Wenn Sie diese Länge durch 3 dividieren, erhalten Sie einen ungefähren Richtwert für die horizontale Länge Ihrer Verbindungsleitung. An diesem Radius können Sie sich bei der Aufstellung orientieren.

    Außerdem sollten Sie bei der Aufstellung stets darauf achten, dass ausreichend Verbrennungsluft im Aufstellraum vorhanden ist. Notfalls muss diese über eine Zuluftleitung in den Raum gefördert werden. Auch, wenn alle anderen Bedingungen erfüllt sind, kann der Schornsteinfeger die Abnahme des Kamins ablehnen, wenn die zugeführte Luftmenge nicht ausreicht.

    Szenario 2: Der Kamin soll in einem anderen Raum, als der Schornstein stehen

    Wenn der Kamin in einem anderen Raum als der Schornstein stehen soll, wird die Sache etwas komplizierter. Hierbei müssen Sie nämlich darauf achten, dass Sie alle brandschutztechnischen Verordnungen einhalten. Unter anderem gehört dazu die Verwendung eines doppelwandigen Ofenrohres. In so einem Fall kommen auch weitere Vorgaben hinzu, die bei ordnungsgemäßer Einhaltung mit hohen Kosten verbunden sein können.

    Außerdem müssen Sie bei diesem Szenario die Regel aus *) beachten.

    Dazu ist es hilfreich, zunächst einmal die Abstände von Schornstein zu der Zimmerwand abzumessen, welche die beiden Räume trennt. Wenn der Abstand etwa einen Meter beträgt, sollte die Konstellation noch in Ordnung sein. Anders sieht es hingegen aus, wenn der Abstand von Schornstein zur Zimmerwand plötzlich 4 oder 5 Meter beträgt, denn dann findet die Regel aus *) keine Anwendung mehr. Der vertikale Teil der Verbindungsleitung, der bis in den Schornstein reicht, muss in dem Fall mehr als 12 Meter betragen, was nur in den aller seltensten Fällen zutrifft.
    Wenn Sie also nicht grade in einem Wolkenkratzer wohnen, dann können Sie in so einem Fall schlecht den Aufstellort des Kamins vom Schornstein trennen. In solchen Fällen ist es übrigens egal, ob die Verbindungsleitung durch zwei, drei oder vier Räume gehen soll. 

    Sie sollten sich, alleine schon wegen der kostspieligen brandschutztechnischen Verordnungen überlegen, ob Sie Kamin und Schornstein voneinander trennen wollen. Das ist grundsätzlich möglich, sollte aber bestens vorbereitet werden.

    Das Problem mit der Deckenlast bei Altbauwohnungen

    Altbauwohnungen weisen außerdem das Problem auf, dass hier die maximal zulässige Deckenlast deutlich niedriger ist, als bei Neubauwohnungen. Wenn also die Balkenstärke des Gebäudes nicht ausreicht, besteht Einsturzgefahr. Deswegen kann es unter Umständen sinnvoll sein, einen Statiker heranzuziehen, der bei der Ermittlung des zulässigen Gesamtgewichts hilft.

    Das durchschnittliche Gewicht einer Kaminofenanlage kann immerhin zwischen 150 – 800 Kilogramm betragen. Wenn Sie deswegen Angst haben sollten, dass der Ofen durch die Decke fallen kann, können wir Sie getrost beruhigen. Die Last wird dabei nicht bloß auf die Auflagefläche konzentriert, sondern verteilt sich auch entlang der Abführungen in die Außenwand. Dadurch liegen effektiv etwa 33% der Gesamtlast auf der Bodenfläche, weshalb Ihr Gebäude in aller Regel standhalten sollte.

    Wir finden, dass das Problem der Deckenlast vor allem bei leichteren Öfen völlig überthematisiert wird. Wenn sich drei bis vier Menschen an einen Tisch setzen, dann hat diese Fläche natürlich auch etwa 300 kg zu tragen. Das funktioniert in den allermeisten Fällen erstaunlich gut. Auch, wenn die Problematik mit den Deckenlasten bei schwereren Öfen durchaus berechtigt ist, finden wir, dass man bei leichten Öfen keine Panik schüren sollte. Sie sollten die Deckenlast allerdings in jedem Fall im Hinterkopf behalten, da auch dieser Faktor bei der Standortauswahl eine Rolle spielt.

    Mindestabstände zu brennbaren Bauteilen

    Auch Mindestabstände zu brennbaren Bauteilen sind wichtig. Dazu zählen auch Fußböden, Wände und Möbel. Wenn der Ofen auf brennbaren Materialien wie Laminat, Holz oder Parkett steht, benötigen Sie außerdem eine Funkenschutzplatte, welche die Funken schlimmstenfalls auffängt.

    Die Bodenplatte muss dabei hinter dem Ofen mindestens 20 cm, nach vorne hin mindestens 50 cm und zur Seite mindestens 50 cm Abstand haben. Außerdem sollten Sie die zusätzliche Fläche berücksichtigen, die benötigt wird, wenn Ihre Ofentür seitlich geöffnet wird. Achten Sie also bei der Wahl Ihres Aufstellortes zudem darauf, dass Sie die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestabstände einhalten können. 

    Auch die Strahlungswärme, die Ihr Ofen entsenden kann, sollte von Ihnen berücksichtigt werden. Der Abstand zu den Wänden muss, sofern das Wandmaterial nicht brennbar ist, mindestens 20 cm betragen. Wenn Sie beispielsweise in einem Holzhaus heizen möchten, bei dem die Wände durchaus brennbar sind, dann vergrößert sich der notwendige Wandabstand auf 40 cm. Wenn der Ofen seitliche Scheiben besitzt, dann werden es sogar 80 cm. Bestimmte Isolierungen, abschirmende Platten oder nichtbrennbare Materialien können allerdings in vielen Fällen dazu führen, dass sich der erforderliche Abstand auch verkleinern kann.

    Tipp: Orientieren Sie sich an der Aufstellanleitung Ihres Ofens.

    Beachten Sie die Luftzirkulation

    Wenn Ihre Räumlichkeiten alle miteinander verbunden sind, dann ist die Beheizung kein Problem, sofern die Türen geöffnet bleiben. Wegen der Luftzirkulation verteilt sich die warme Luft auch in den Räumen, die zunächst noch kalt sind. Die kalte Luft wird dabei vom Ofen aufgenommen, in diesem erwärmt und anschließend als Warmluft in die anderen Räume befördert.

    Völlig anders sieht es jedoch aus, wenn einer der Räume plötzlich keine Türanbindung mehr zum Kamin hat. Wenn die Warmluft keinen Weg mehr hat, in die anderen Räume zu strömen, dann werden diese Bereiche nicht beheizt. Warme Luft, die im Treppenhaus oder im Flur zirkuliert ist schließlich bei Weitem weniger sinnvoll, als wenn die Luft dorthin gelangt, wo Sie sich häufig aufhalten. Ein Grundriss kann Ihnen dabei helfen, die Situation besser einzuschätzen.

    Ziemlich ärgerlich wird es, wenn man bereits mit dem Einbauen beginnt und dann mittendrin feststellt, dass der Ofen verschoben werden muss.

    Die Luft sollte bestenfalls in jene Räume strömen, in denen Sie sich häufig aufhalten und in der Sie sich eine gewisse Wärme wünschen.

    Abschließend

    Sie merken, dass die Planung eines optimalen Aufstellorts nicht so einfach ist, wie man zunächst vermuten mag! Hier spielen ziemlich viele Faktoren eine Rolle, die Sie bestenfalls berücksichtigen sollten. Wir haben bei weitem noch nicht alle aufgezählt, denn die Entscheidung nach dem perfekten Ofenstandort ist immer einzelfallabhängig!

    Wenn Sie Fragen haben oder eine umfassende Beratung wünschen, dann kontaktieren Sie uns gerne! Wir schauen uns Ihre Situation an und ermitteln den optimalen Aufstellort für Sie. 

    Wir danken vielmals fürs Lesen und wünschen Ihnen eine erholsame Zeit!